Familientag 2000: Pressebricht in der Taunus-Zeitung

Oberreifenberg. Woher komme ich, wer waren meine Vorfahren und warum heiße ich ausgerechnet so und nicht anders? Fragen, die sich wohl viele Menschen stellen. Einige davon haben sich in Vereinen zusammen geschlossen, um die Herkunft ihrer Namen zu ergründen. So auch der Mirusbund. Er wurde im Dezember 1974 in Nürnberg zum zweiten Mal ins Leben gerufen. Die erste Gründung des Mirusbundes war bereits im Jahr 1901. Bis 1945 beschäftigten sich dessen Mitglieder aktiv mit der Ahnenforschung, bis sie während des Nazi-Regimes aufgelöst wurden. Gründervater Hellmut Mirus nahm bereits Ende der 40-er Jahre Kontakt zu den einstigen Vereinsmitgliedern auf und betrieb mit viel Enthusiasmus die Namensforschung weiter. 1974 gründete er dann den Verein neu. Während des Familientages in der BFO berichtete er über neueste Erkenntnisse seiner Forschungen, die er mittlerweile hauptsächlich über das Internet betreibt. “Die Nachforschungen in Deutschland werden immer schwieriger. Im Ausland wird es dafür immer leichter”, stellte der zweite Vorsitzende fest. Während in Deutschland viele Anfragen noch schriftlich eingereicht werden müssten, gäbe es etwa in den USA auf Anfragen gleich listenweise Daten zur Ansicht am Bildschirm. In Deutschland käme auf die Gesuche oft die Antwort: Leider nichts gefunden. In der Anlage befände sich dann die Rechnung für solche Recherchen, die sich in Bereichen von 50 bis 100 Mark bewegten. Die Auskünfte über den Computer kosteten dagegen gerade mal die Einwahlzeit, nämlich zwischen 50 und 60 Pfennig, informierte Hellmut Mirus. “So surf’ ich also in der ganzen Welt herum.”

In Holland etwa war er dann wieder fündig geworden. Drei Mirus spuckte der Computer aus. Er habe sofort mit den dortigen Behörden Kontakt aufgenom-men und diese erwiesen sich als sehr kooperativ. Doch die Nachforschungen verliefen im Sande. Denn: In Holland sei es üblich gewesen, Namenschreibweisen innerhalb von Familien variabel zu handhaben. So wurde aus einem Mieris ein Myrys, ein Miro und eben auch ein Mirus. “Die ersten, die ich in Deutschland anschreibe, sind die Pfarrämter”, sagte der Gründervater. Auch die Kriegsopferlisten, die wiederum im Internet zu finden seien, würde er durchforschen. Die Dienststelle der Deutschen Wehrmacht sei ebenfalls sehr ergiebig. Auskünfte müssten allerdings auch hier schriftlich angefordert werden. “Oft ist das Ergebnis gleich Null. Eine solche Arbeit macht langsam müde”, berichtete Hellmut Mirus.

Auch die hohen Kosten für die Nachforschungen stünden nicht im Verhältnis zu den Resultaten. So koste beispielsweise eine Kopie aus der Pfarrkartei 30-50 Mark. Film oder Bilder ausleihen läge bei 50 bis 500 Mark und Abschriften würden pro angefangene Seite mit 10 Mark berechnet. Trotzdem konnten die Anfänge des Namens bis 1530 zurück verfolgt werden. In den “Türkensteuerlisten” sei er damals aufgetaucht, allerdings noch in der deutschen Version “Wunderlich”. Erst später sei aus “Wunderlich” dann Mirus geworden, informierte der zweite Vorsitzende. Die ersten, die den umgewandelten Namen getragen hätten, seien ausschließlich Pfarrherren gewesen. Und hieraus entstanden die Altenburger und Saalfelder Sippe, die sich wiederum in fünf Hauptlinien unterteilten. 48 Familien aus diesen Linien gehören bisher dem Mirusbund an und haben sich der weiteren Erforschung ihres Namens verschrieben.

Bild aus der Taunus-Zeitung
Der Vorstand des Mirusbundes mit Gründer Hellmut
Mirus (Mitte, sitzend) leitete den Familientag in der BFO

Corina Appel - Taunus-Zeitung

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1 Copyright by Hellmut Mirus ¿ Stand: 20. November 2006